Vortrag: „Lanam fecit“ – Frauen und Textilproduktion in römischer Zeit
Vortrag mit praktischen Beispielen zu Handwerkstechniken
Das Klischee, dass „Handarbeit“ generell Frauensache wäre, hält sich hartnäckig.
Lanam fecit (wörtlich: „Sie hat die Wolle gemacht“) ist ein Ausdruck, der sich in der römischen Zeit häufig auf Grabsteinen findet, um die Tugendhaftigkeit einer Frau darzustellen. War in der römischen Welt tatsächlich die Arbeit mit Wolle und generell die Textilverarbeitung eine rein weibliche Domäne?
Wir betrachten die Herstellungsschritte von Textilien in der römischen Zeit und werfen einen kritischen Blick auf das Klischee. Welche Dokumente gibt es aus dem wichtigsten Wirtschaftszweig nach der Nahrungsmittelproduktion? Was verraten uns antike Texte über die Textilproduktion und ihre Protagonistinnen und Protagonisten? Und wie steht es um die Geschlechteraufteilung und die generelle Wertschätzung dessen, was wir heute als „Handarbeiten“ bezeichnen würden?
Archäologin Barbara Thomas nimmt uns mit in ihr Metier der Textilarchäologie. Im Vortrag beleuchtet sie die antike Lebensrealität und schlägt den Bogen vom goldenen Vlies über römische Garnbestellungen bis zu antiken Cross-Dressern. Im praktischen Teil kommen Wollkamm, Spindel & co zum Einsatz und illustrieren eindrücklich die Dauer und Fingerfertigkeit antiker Textilherstellung.
Der Vortrag ist eingebunden in die Veranstaltungsreihe des Landkreises Germersheim im Rahmen des Weltfrauentags 2026.
Ort: Kleines Kulturzentrum Rheinzabern, Hauptstraße 45, 76764 Rheinzabern
Beginn: 19 Uhr
Die Veranstaltung ist kostenfrei.