In den Osterferien wurde am Terra-Sigillata-Museum wieder für den Grubenbrand getöpfert: In zwei voll ausgebuchten Kursen für Kids und einem ebenfalls ausgebuchten Kurs für Erwachsene haben die Teilnehmenden am Anfang der Osterferien eigene Kreationen aus Ton geschaffen. Gefäße, Schalen, Tierfiguren und Österliches wurden von Hand modelliert. Andrea Weigel hat uns mit ihrem Fachwissen weitergeholfen, um die Ideen ideal umzusetzen. Da wir immer gern experimentieren, wurden einige Gefäße sogar noch nachpoliert, sodass die Oberfläche stark verdichtet wurde und bereits vor dem Brand einen ganz eigenen Glanz entwickelte.
Bei den Kids wurde umso mehr mit Formen und Farben gespielt: Da verschiedene Tonfarben zur Verfügung standen, wurden mal rote Pferdchen, mal weiße Hasen und sogar eine bunt belegte Pizza angefertigt! Die Kunstwerke waren schon so beeindruckend und alle waren gespannt, was beim Grubenbrand daraus wird.
Ein bisschen Archäologie gab’s natürlich auch: Im Museum standen die verschiedenen Produkte der römischen Töpfereien Vorbild für die eigenen Werke. Denn damals hat man auch schon mit den Brennfarben gespielt: Mal wurde das Feuer fast erstickt und der Rheinzaberner Ton verfärbte sich nahezu schwarz (=reduzierender Brand), mal hat man dem Feuer extra viel frische Luft zugeführt und die Gefäße wurden rot (=oxidierender Brand). In den römischen High-Tech-Öfen, die bei den Ausgrabungen in Rheinzabern gefunden wurden, haben die Töpfer das damals ganz bewusst gesteuert.
Ganz anders war das bei unserem Grubenbrand, der am Karsamstag unter Anleitung von Brennmeister Manuel Thomas auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins Rheinzabern durchgeführt wurde. Hier ist es dem Schicksal des Feuers überlassen, welche Brennfarbe die Ton-Objekte bekommen. So entstehen wilde Zeichnungen, die auf ganz besondere Weise die Kraft des Feuers zum Ausdruck bringen.
Bevor der Brand jedoch losgehen konnte, musste erst mal geschaufelt werden! Denn die Grube braucht eine gewisse Tiefe, damit man neben der Keramik auch genügend Holz darin unterbekommt.
Dann hieß es Daumen drücken: Wird das Wetter halten oder nicht? Das hat zum Glück geklappt, wenn auch knapp! Mehr als 30 gespannte Augenpaare ruhten auf Manuel Thomas, als er Gefäß für Gefäß in der Grube einstapelte. Nach der Keramik aus den drei Töpferkursen kam das Holz in die Grube.
Als endlich alles trocken untergebracht war, konnte auch der schützende Pavillon über der Grube weg und dann kam der große Moment: Das Feuer wurde angezündet! Nach und nach arbeitete es sich zur Keramik durch und hat die Tonobjekte langsam erwärmt – das ist wichtig, damit sie nicht platzen.

Sobald das Feuer brennt, hat man allerdings keine großen Möglichkeiten mehr, auf den Brand einzuwirken und da war es perfekt, dass der Obst- und Gartenbauverein zeitgleich seine große Ostereiersuche und ein gemütliches Beisammensein organisiert hat. Langeweile hat hier keine Chance! Denn das tolle Gelände des OGV und die freundliche Atmosphäre laden einfach zum Verweilen und Genießen ein.
Nach einigen Stunden war das Feuer so weit abgebrannt, dass man bereits erste Gefäße aus der Glut ragen sah. Mehr als 800 Grad hatte der Brand zwischenzeitlich gehabt, das war schon mal vielversprechend!
Nachdem die Gefäße vollständig abgekühlt waren, konnten sie am Sonntagmorgen aus der Grube geholt werden. Und das Erstaunen war groß: Von den vielen großen und kleinen Kunstwerken waren nahezu alle heil geblieben! Nur drei Gefäße hatten leichte Schäden, alles andere war perfekt durchgebrannt. Der Mut, so manches fragile Objekt doch dem Feuer zu überlassen, wurde also auf voller Linie belohnt – mit den wunderschönen Farbspielen, wie sie nur ein Grubenbrand hervorbringt.
Ein ganz herzliches Dankeschön gilt Andrea Weigel für ihren keramischen Input, Andreas Keiner für die Feuerholz-Spende und vor allem unserem Brennmeister Manuel Thomas, der dieses kleine Osterwunder möglich gemacht hat.
Ebenso ein ganz herzliches Dankeschön an den Obst- und Gartenbauverein Rheinzabern für seine warmherzige Gastfreundschaft, für die tolle Ostereiersuche, bei der auch die Töpfer-Kids alle mit einbezogen wurden und für die Möglichkeit, eine solche ungewöhnliche Aktion auf dem Vereinsgelände durchzuführen.
Die Kombination der Oster-Aktionen von OGV und Museumsverein macht uns jedes Jahr aufs Neue Freude und ist für alle, die dabei sein können, ein ganz tolles Erlebnis. Danke dafür!